< Je südlicher - je wärmer >
Ungeduld, Rüttelschüttel und endlich frei
Es war wunderschön in Südfrankreis, doch wusste ich, dass dies noch nicht alles war. Manchmal darf man etwas schönes loslassen, damit etwas noch schöneres Platz finden kann. Also los, immer weiter der Sonne entgegen.
Weiter ins Unbekannte Land
Abfahrt in Sarrians in Richtung Süden.
Den Morgen habe ich noch ganz gemütlich angehen lassen. Ein frisches, leckeres Frühstück und dann packen und das Studio auf Vordermann bringen.
Gegen 13:30 Uhr ging die Fahrt dann los. Entgegen meiner Vermutung nicht auf der Autobahn (ich freute mich schon auf das Bip & Go), sondern über Land. Die Straße zog sich schlängelnd durch die Ebene zwischen Bäumen, Feldern und Wiesen hindurch.
Nach einer gefühlten Stunde (es war nicht so lange), brachte mich der Weg dann doch auf die A9 in Richtung Toulouse und der Sonne entgegen nach
… Spanien
Ich war schon sehr ungeduldig. Freute ich mich doch schon so riesig auf die warmen Temperaturen. Es schien mir wie eine Ewigkeit, bis ich dann endlich über die Grenze nach Spanien fuhr.

Spannender Weise hatte mich das Navigationssystem gleich danach von der Autobahn weggeführt.
Auch das war perfekt. So langsam meldete sich meine Blase, und auch der Wasservorrat ging langsam zur Neige.
Ich halte direkt ein Restaurant mit einem Markt an. Beim betreten des Restaurants wollte mir der Kellner schon klarmachen, dass sie geschlossen hätten. Mit Händen und Füßen gestikulierend und „Toiletta“ sprechend, lachte er mir zu „securo“.
Der Rest der Fahrt, mit Wasser und Proviant bewaffnet, verlief sehr kurzweilig. Der Verkehr wurde immer dichter, und als ich mich langsam Barcelona näherte, rief mich auch mein vermittelte Kontakt an.
Zwischen Navi, zig Spuren, vielen Autos und dem Gespräch, gleitete ich mühelos durch die Straßen, bis hinunter zu dem Hafen, wo alle die vielen Fähren fahren
Das Gespräch war gerade beendet, als ich auf das Hafengelände fuhr. Keine Ahnung, welche diese vielen Docks ich anfahren musste. Doch wieder ließ ich mein Gefühl entscheiden und…
… Es war genau die richtige Entscheidung. Ich werde kurzerhand auf Spur 27 eingewiesen und ging zum CheckIn.


Ein kleines Vesper in weinverkürzte die Wartezeit, bis wir um 22:00 Uhr dann auf das Schiff gelotst wurden.
Überfahrt
Eine sehr kurze Nacht und heute bin ich auch schlauer, das es hinten im Schiff viel lauter und rötlich ist. Das werde ich bei der Rückfahrt berücksichtigen.
Erster Tag auf Mallorca
Ziemlich genau um 7:00 Uhr morgens, verliess ich mit Obi-Van die Fähre in Palma de Mallorca. Ohne Plan, doch mit einem guten Orientierungssinn, steuerte ich direkt nach Ostern, der Sonne entgegen, da wo um 8:06 Uhr die Sonne aufgehen sollte.
Erst Autobahn, dann Autostraße, Kreisel, Landstraße, Kreisel, Straße, Kreisel, Straße, Kreisel… Bis ich Schluss endlich in Figueres durch das Dorf stieß, direkt ans Meer. Und da wartete auch schon ein freier Parkplatz auf mich.
Ich stieg aus, und gerade in diesem Moment blitzte der erste Strahl der Sonne über das Meer hinweg, direkt in meine Augen und in mein Herz.

Wow! Was für ein Timing, und das ohne Timing. Ich genoss es, in die Sonne zu schauen, den Wellen zu horchen Und einfach nur zu sein.
Kein Plan - Viele Eindrücke
Nach einer längeren Weile in dieser Welle des Wohl&Fühlens, führte mich wieder zu meinem Ausgangspunkt, Palma de Mallorca zurück. Warum weiß ich heute eigentlich immer noch nicht.
Ich wollte mir erst einmal einen Überblick verschaffen. Was ist das überhaupt für eine Insel? Was gibt es für Gebiete? Wo würde es sich lohnen, hinzugehen? Und, gibt es Übernachtungsplätze für solche sonderbaren Besuche wie mich auf der Insel?
Da ich mit Obi-Van in Palma nicht wirklich meine Freude hatte, mit viel Verkehr, noch mehr Spuren und nebst den tausenden von Yachten, die im Meer in den Häfen ankerten, waren da ganz viele Häuser mit noch mehr Menschen.
Antdratx (Andratsch ausgesprochen)
davon hörte ich doch schon, deshalb und auch, weil es auf Sonnenuntergangsseite ist, machte ich mich langsam auf dem Weg dorthin.
Hügelig und mit schmalen, kurvigen Straßen, zog es mich durch die hübschen hellen Häuser dort. Doch das Meer habe ich selten zu Gesicht bekommen. Immer waren Häuser davor. Ich kreiste noch ein paar Runden, bis ich dann einen Parkplatz eines momentan geschlossenen Appartementhauses fand, wo ich direkt aufs Meer schauen und innerlich zur Ruhe kommen konnte.


Ein kleines, spätes Frühstück mit Blick auf die großen Schiffe, die vorbeizogen, die Sonne, die in die geöffnete Seitenschiebe Türe schien und ein Klima, was ich schon fast wie ein kleiner Sommer an fühlte. Was möchte man mehr?
Doch war mir auch klar, dass dies nicht die letzte Station heute sein würde.
Ich beschloss, aufgrund der dichten Bebauung hier, mich in den Norden der Insel ab zu setzen. Da gibt es noch kleine, hübsche und alte Dörfer in den Bergen.
Der Norden
Gedacht, getan. Die Straßen wurden schmaler und enger, die Kurven auch, ha ha. Durch Wald gesäumte Pfade, vorbei an abgeschlossenen Privatgrundstücken ging es dann immer weiter Berg auf.
Valdemossa
war mein nächstes Ziel. Ein schnuckeliges kleines Dörfchen in den Bergen im Norden von Mallorca. Da wo auch Frédéric Chopin mit seiner Gemahlin ein paar Jahre lebte und komponierte. Heute werden hier angeblich immer wieder kostenfrei Klavierkonzerte mit seiner Musik vorgeführt. (Da kommt mir die Aussage in den Sinn "was nix kost' ist nix wert" - darüber werde ich nach denken...)




Die kurvige Fahrt in die Berge machte mich hungrig. Direkt an der Straße von der Sonne beschienen war da ein kleines Restaurant, was zum Essen einlud. Ein kurzer Rundgang durch das Dorf, zeigte mir deutlich, dass es keine Saison war. Lediglich zwei Souvenirläden und zwei Bäckereien hatten noch geöffnet. Die restlichen Läden und Lokale waren „cerrado“, also geschlossen.
Gestärkt und bewegt, machte ich mich mit Obi-Van weiter auf den Weg Richtung
Soller
Wieder Kurven, wieder Wälder, Privatgrundstücke, Kurven, Wälder, Kurven, ach, hört das denn gar nie auf? Es fand sich nicht einmal ein Parkplatz, auf welchem ich rasten oder übernachten hätte können. Soller selbst hatte ich wirklich keine Lust mehr heute anzuschauen.
Mein Gefühl sagte mir, dass dies heute keine Gegend ist für mich. Doch wohin nun?
Doch wieder der Sonne entgegen
Ich erinnerte mich an einen Gruß, den ich von Markus erhielt (Markus lebt schon seit acht Jahren mit dem Wohnmobil auf Mallorca) von Cala Millor. Ich gab den Ort in meinem Navi ein und durfte feststellen, dass sich dieser Ort im Osten der Insel befindet, noch ganz in der Nähe, wo ich heute Morgen den Sonnenaufgang betrachtete .
Okay, da sollte es angeblich schön sein und da sollte man auch mit einem Wohnmobil parken können. Also los dahin. In der Zwischenzeit dunkelte es langsam ein und bis ich in Cala Millor war, war es schon richtig dunkel.
Cala Millor
Cala Millor ist eine typische Feriendestinationen auf Mallorca mit reihenweise großen Hotelbunkern dem Meer entlang. Gut, diese sind zu 80 % geschlossen um diese Zeit und die Straßen waren wie leer gefegt.
Und doch regte sich eine Art Nachtleben am Meer unten. Jedenfalls waren ziemlich alle Parkplätze auch ziemlich voll, bis ich dann am Ende der Ortschaft eine Straße fand, zwischen zwei leer stehenden Bunkern hindurch, direkt am Meer. Und auch da wartete mein Parkplatz schon auf mich. Parken, Dach hoch und einen hübschen, kleinen Rundgang an der Strandpromenade, wie fein.
Tag 2 auf Mallorca
In der Nacht schlief ich wie ein Murmeltier. Das Rauschen des Meeres in den Ohren und völlige Stille. Lediglich um 4:00 Uhr morgens hatte mich mein Darm geweckt. Zeit mein Trocken-Klo (beevy-loo) in Einsatz zu nehmen.
Etwas ungewohnt, doch ganz gemütlich. Quasi im eigenen Wohnzimmer, ha ha. Dann die Tüte wieder zu und verstaut ging es dann wieder nach oben und die kuschelige Decke. Als ich dann von selbst erwachte, war es 7:55 Uhr. Gerade richtig, um den Sonnenaufgang zu beobachten.


Mir wurde richtig bewusst, was für ein Stress ich mir am Tag zuvor gemacht hatte. Und so etwas wollte ich auf keinen Fall mehr.
Ich machte einen ausgiebigen Spaziergang in der Sonne der Strandmeile entlang hin und dann barfuß, in Sand und Meer wieder zurück. Herrlich!
Heute nehme ich mir einfach ganz viel Zeit raus. Vielleicht sogar ein kurzes Bad im Meer Doch erst mal setzte ich in dem Van genüsslich einen Collagenius Kaffee auf…
… einfach Zeit für mich. In der Sonne sitzen, Kaffee trinken und genießen, später wieder in den Van, einen wundervollen Austausch mit einem Freund und SEIN.
Neuer Ort - Neues Glück
Dass ich hier nicht noch einmal übernachten möchte, war mir klar. Ich erinnerte mich an eine App, welche immer sehr gute Stellplätze aufweist, da sie von anderen Vanlifern gepflegt wird. Siehe da, unweit von da gibt es einen Parkplatz direkt neben dem Strand, der auch zur Sommerzeit recht ruhig sein soll, wohin also? Genau!
Gemütlich packte ich alles zusammen und fuhr los. Durch die Häuser, Schluchten von Cala Millor hinauf zur Hauptstrasse, welche die grösseren Orte verbindet, Richtung… Süden, klar. Und schon nach knapp 10 km führte mich ein Kreisel wieder ans Meer hinunter.
Auch jetzt wieder durch Häuser. Doch diesmal waren es kleinere private Häuser. Durch ein kleines Dorf mit vielen einheimischen Menschen, die draußen gemeinsam Kaffee tranken und miteinander schwatzen. Über einen kleinen Hügel hinunter ins Tal und dann nach links. Hier gab es nur noch diese eine Straße und sie führte mich genau zu dem Strand.
CALA Estany d'en Mas
Ich war angekommen. Genau so stellte ich mir das vor ein Parkplatz und ich bin der einzige, Van. Und gleich neben mir, Sand und Meer. Hier lässt es sich verweilen.

Es war traumhaft. Barfuss ging nicht durch den Sand zum Meer. Es waren noch genau sieben Menschen da, alle für sich.
Genüsslich konnte ich in Ruhe und lange ausgedient, Asanas machen und ein kühles Bad im Meer geniessen (12°), im Sand sitzen, die Sonne auf meiner Haut spüren, den Wellen zuschauen, wie sie kommen und irgendwann brechen und dem einen und anderen Gedanken nachgehen.




Heute ist Thomas Tag und mit der Thomas Nacht beginnen die Raunächte .
Da bin ich froh, bewacht ein Drache die Bucht, wo ich heut’ Nacht stehen werde.