Zeit Auf-Wieder-sehen zu sagen
Alles andere als Vanlife auf dem Rückweg in die homebase.
Wow. Mittlerweile ist sehr viel Zeit vergangen und rund 1500 km liegen hinter mir seit dem letzten Blog Post.
Zuletzt war ich noch auf Mallorca und erlebte in kürzester Zeit alles andere als Vanlife - oder was man sich vielleicht darunter vorstellt. Doch auch das gehört dazu.

Der frühe Vogel...
Mittwoch morgen früh, es war noch stockdunkel, machte ich mich auf den Weg nach Palma, wo meine Fähre auf mich wartete. Es ist immer wieder ein spannendes Erlebnis an neuen Orten mit neuen Verkehrsmitteln in einer neuen Sprache neue Dinge auszuprobieren.

Wir können dem Leben vertrauen. Es gibt immer eine Lösung.

Die Adresse auf meinem Fähr-Ticket war nur dürftig und mein Navigationssystem führte mich auch nur in die Nähe der vielen Docks. Ich entschloss kurzerhand zu parken und siehe, da war auch schon das Gebäude mit den Check-ins.
Da ich schon sehr früh dran war, musste ich auch nicht lange anstehen. Die freundliche Dame am Schalter erklärte mir auch, dass ich zum Parking 2 fahren soll. Gesagt getan. Ich wurde schon mit einem Lächeln empfangen und direkt einer Spur zugewiesen. Sie erklärte mir, dass das Boarding ab 9:00 Uhr losgehen würde. So hatte ich noch etwas Zeit, meinen Rucksack für mit dem Nötigsten für die Überfahrt zu packen, etwas zu trinken und einfach noch etwas die Sonne zu genießen.
Pünktlich um 9:00 Uhr ging es los und Wohnmobil für Wohnmobil wurde über einen kleinen Parcours immer wieder von freundlichen Menschen angezeigt, bis wir schlussendlich auf dem Deck der Fähre angelangt waren.
Es war eine verhältnismäßig kleine Fähre. Eine Art Lobby, ein Selbstbedienungsrestaurant und einen Raum mit Entspannungssesseln, in denen man sich etwas ausruhen konnte. Darüber ein Deck mit Kabinen und nochmals darüber frische Luft neben einem Helikopterlandeplatz und ein paar Sitzbänken mit Tischen.


Ursprünglich wollte ich die Fahrt genießen und noch ein paarmal etwas schlafen, wusste ich doch, dass ich nach der Ankunft noch eine lange Fahrt vor mir habe.
Da ich jedoch einen sehr wichtigen Anruf erwartete, kaufte ich mir eine Internetverbindung für die Fahrt, damit ich Empfang hatte. Danach legte ich mich in einen der Entspannungssessel und versuchte, etwas zu schlafen.
Innerlich war ich sehr aufgewühlt. Dieser Anruf hätte mit meinem Wunder zu tun, und wir wollten dann auch einiges besprechen, wie wir dies in Zukunft organisieren wollen.
Mit zunehmender Fahrt nahm auch meine Nervosität zu und mich überkam ein Gefühl, dass ich trotz Internet nicht erreichbar wäre. Ich teste also, ob ich telefonieren könnte, was wie vermutet nicht gelang. Dann hatte ich eine Freundin gebeten, mich nach ihrem Telefonat zurückzurufen. Auch dies gelang nicht. Ich versuchte es über WhatsApp und… Siehe da: So klappte es. Nur wusste dies mein erwarteter Anruf Partner auch?
Es blieb mir nichts anderes übrig, als zu vertrauen, dass es schon richtig kommt und es los zu lassen. Wie schon früher erwähnt, kommt es anders, wenn man denkt. Und ich dachte viel. Einerseits, dass ich schlafen könnte, andererseits, dass ich an meinem Blog weiter arbeiten könnte und noch so einiges anderes übers Internet erledigen.
Dem war nicht so. Das Internetpackage reichte gerade dazu aus, um über einen Messenger Dienst ein paar Meldungen hin und her zu schicken. Schöne Sch...
Mit all meinen "Plänen" im Gepäck hatte ich keinen Platz mehr für ein Buch. Und all die Arbeiten, die ich hätte erledigen wollen, konnte ich nicht ausführen. Schlafen konnte ich auch nicht, und so blieb mir nichts anderes übrig, als einfach zu sein und mich in Geduld zu üben (haha...). Wir legten dann auch sehr pünktlich in Barcelona an. Auch wenn mir die Fahrt ewig vorkam.
Übe dich in Geduld - kommt meist besser
Natürlich wollten alle möglichst schnell zu ihren Autos zurück, bevor es Zeit dazu war. Das Aufsichtspersonal jedoch stoppte sie vor dem Lift, der auf das Auto-Deck führte. Man solle noch warten, bis es Zeit wäre. Und als es Zeit war, stürmten sie alle zu dem Lift und drängten sich um einen Platz darin.
Dazu hatte ich keine Lust. Zudem gibt es doch immer eine Lösung. Diese hiess Treppe. Und genau diese befand sich neben dem Lift. Ich stieg also entspannt eine Etage hinunter und schaute durch die Luke. Da stand er ja mein Obi-Van und wartete schon sehnsüchtigst auf mich. Ohne drängeln zu müssen und ohne in der Schlange zu stehen, einfach nur die Treppe runter und einsteigen.
Auch das Löschen der Fähre verlief sehr rasch und Schwupps war ich mit meinem Gefährt und einem Telefongespräch in der Freisprechanlage im Feierabend Verkehr in Barcelona unterwegs nach Zürich.
Barcelona im Feierabendverkehr oder
Wie man nach einem Tag noch 12 Stunden durchfahren kann
und "fit" ankommt 😉
Ich staunte über die vielen Autos und vor allem die Motorräder, die auch in dichtestem Verkehr bei 70 km/h und vollen zwei Spuren sich immer wieder zwischen den Autos nach vorne "kämpften". Und das waren viele, sehr viele Motorräder.
Die Situation brachte mich zum Schmunzeln und ich ließ mich auf der rechten Spur mit dem Verkehr im Fluss mitziehen. Es folgten Ausfahrten und Einfahrten mit mehreren Spuren auf wenige Spuren. Einmal war ich auf einem Autobahn-Teilstück mit acht Spuren in die gleiche Richtung. Doch alles lief reibungslos. Panta Rhei (alles fließt).
Mit zunehmender Distanz nahm auch die Anzahl der Spuren und der Verkehr immer mehr ab, bis ich dann auf der zweispurigen Autobahn Richtung Frankreich unterwegs war.
Es verlief alles sehr ruhig, und die erste Zeit wurde mir durch ein paar Telefonat Takte (in Wirklichkeit 4 Stunden) verkürzt. Da beschloss ich, eine erste Rast einzulegen und legte mich auch gleich hinten im Wagen etwas hin und schlief 18 Minuten (du fragst dich weshalb 18 Minuten? Lies im Kasten)
Kleiner Schlaf-Hinweis:
Schlafphasen verlaufen rhythmisch und dauern jeweils ca. 1.5 h. Dabei gibt es eine ca. 15-20-minütige REM-Phase, in der sich der Körper jeweils erholt und eine Tiefschlafphase, in der nicht viel geschieht und der Körper einfach pausiert. So lässt sich auch mit kurzen Schlaf-Phasen jeweils ganze Schlafphasen ersetzen.
Bitte beachte: Dies sollte man erst vorher selbst ausprobieren, wie lange eine kurzen Schlafphase bei einem selber sein soll, bevor man dies auf einer solchen langen Strecke anwendet.
Und so setzte ich auch die Fahrt weiterhin fort. Circa 2 Stunden Fahrt und 18 Minuten Schlafpause. Fahrt. Pause. Fahrt. Pause und so weiter … und so kam ich gegen 6:30 Uhr in der Früh in Zürich an.
Ziemlich fit und doch gönnte ich mir noch etwa 3 Stunden Schlaf im Bett in meiner Base.
Bis hierher war es schon alles andere als VanLIVE, mit gemütlich sein und easy cruisen etc.
Kaum da und schon wieder weg
So war ich auch wieder richtig fit und bereit, um 14:00 Uhr eine Session durchzuführen. Die Zeit reichte sogar noch kurz die Haare schneiden zu lassen und später mit meiner Mutter gemeinsam auswärts Abend zu essen.
Am nächsten Morgen war ich ja schon wieder unterwegs. Erst ein kurzer Besuch bei einer Freundin, die ich nun auch schon länger nicht mehr gesehen hatte und von da aus dann direkt Richtung Body-Trans® Seminar nach Jockgrim, wo ich bei Freunden eingeladen war zu übernachten.
Gegen 18:00 Uhr war ich genau rechtzeitig angekommen, denn ich wurde herzlich empfangen und das Abendessen war gerade fertig. Ich mittlerweile auch, ha ha.
Am ersten Morgen wäre ich sehr gerne mit ihren Hunden mit auf einen längeren Spaziergang, da meine Bewegung in letzter Zeit doch etwas zu kurz kam. Trotzdem verließ ich das Haus vor ihnen. Es gab doch noch so einiges vorzubereiten, bevor es dann losging.
Body-Trans® Seminar in Jockgrim
Es wurde ein äußerst spassiges Seminar mit einer superinteressierten und aufgeweckten "Truppe" und ich glaube für alle Beteiligten auch ein interessantes Seminar mit vielen Erfahrungen, Erkenntnissen und auch für uns, die wir das Seminar durchführen, immer wieder einiges zu lernen.
Jedes Seminar schafft auch für mich immer wieder neue Aspekte und neue Ideen, was ich beim nächsten Seminar verändern oder anpassen möchte.
Was sich bei den Teilnehmenden verändern wird, das wird sich natürlich erst in Zukunft zeigen, doch dass sich Dinge verändern werden, zeigte sich schon am Seminar...
Endlich wieder mit Hunden raus
Ich durfte auch noch bis Montag da übernachten, da ich danach von da aus Richtung Tegernsee weiter fahren sollte. Früh morgens läutete mein Wecker (etwas ganz Ungewohntes!).
Heute konnte ich endlich wieder mit den Hunden mit auf den großen Spaziergang gehen, welcher etwas früher als gewöhnlich stattfand, denn anschließend standen Termine ins Haus und meine Weiterreise an. Herrlich diese Morgenstimmung auf dem Feld und die frische Luft und in Mitten die Sonne, die gerade am Horizont erscheint und die Welt in goldenes Licht taucht.


Kurz vor zehn war dann alles gepackt und bereit, auf die große Reise zu gehen (so dachte ich 😉 )
Auf der Autobahn stellte ich fest, dass es größere Staus auf der Strecke gäbe, und ich hatte ein Gefühl, dass hier irgendetwas im Busch sei.
Die lange Reise mit kurzen Ende
Nach etwa 1 Stunde Fahrt rief mich mein Partner an und teilte mir mit, dass ich schon zum Tegernsee fahren soll. Doch nicht heute. Es hatte sich alles terminlich verschoben. Dafür haben sich weitere Möglichkeiten und Aufträge ergeben.
Das kam mir auch gelegen. Die Staus waren somit kein Thema mehr und ich hatte so die Möglichkeit, wieder in meine Base zurückzufahren, um dann in Ruhe Obi-Van den neuen Bedürfnissen anzupassen. Gewisse Kleider weglassen, benötigte Dinge hinzu zu packen und was halt so alles ansteht, wenn man die neuen Erkenntnisse in die Reise mit einfließen lassen möchte.
und zum Schluss...
Als Fazit nehme ich mir heraus, dass es immer richtig kommt, auch wenn es nicht so geplant war.
Im Gegenteil, je weniger geplant ist, desto mehr Raum für Möglichkeiten entsteht. Das ist im ersten Moment vielleicht nicht immer einfach anzunehmen, das muss ich zugeben, doch mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und wundere mich schon fast, wenn es anders ist. Ganz nach dem Motto "da stimmt doch etwas nicht" (haha).
Es wäre ja auch viel zu langweilig, wenn immer alles nach Plan läuft. Oder was meinst du? Schreib es gerne in den Kommentaren.