Vanlife und umzug
Umzug mit Intermezzo
Nach wie vor stand der Wohnungsabgabetermin bevor. Ganz ehrlich. Ich hatte mich etwas verschätzt, wie viel in dieser kurzen Zeit noch auf mich zukam.
Danke an die guten Freunde
Eigentlich wollte ich möglichst alles alleine stemmen. "Ist doch gelacht" dachte ich bei mir. Doch die Wahrheit war, dass ich immer wieder den Fokus verlor und so viel Zeit und Energie verschwendet und da war ich mehr als dankbar, dass mir zwei treue Begleiterinnen in meinem Leben tatkräftig Unterstützung boten. Danke an Marianne und Franziska für die grosse Unterstützung, Koordination und die Erfahrungen, welche ihr mit eingebracht habt. Auch danke an Leo und Dario, welche bei der Entsorgung der 450 kg Müll tatkräftig anpackten und alles "aus der Welt" schafften.
Intermezzo mit Erkenntnissen
Nach gefühlten Wochen der Packerei, Umzug, Demontage und wieder Montage beschloss ich das Schöne mit dem Praktischen zu verbinden.
Die geflochtetenen Stühle der Terrasse sollten ja mal ins Tessin. Und so beschloss ich - entgegen dem Ratschlag mich doch einmal etwas auszuruhen - die Stühle ins Tessin zu fahren und eine Kurzauszeit zu geniessen.
Gesagt, getan, fuhr ich also am Samstag, 15.11. los. Eine wundervolle Fahrt Richtung Gotthard. Ganz bewusst mit einigen Pausen am Vierwaldstättersee und dann die alte Strasse hoch über den Passo San Gottardo. Selbst ganz oben wählte ich die alte Kopfsteinpflaster Strasse. Sonnenschein und lockere Wolken, die im Tal hingen machten die Stimmung ganz einzigartig (siehe Beitragsbild).

Ganz anders direkt nach der Passhöhe. Dichter Nebel machten die Sicht dicht und auch die Fahrt ganz anders.

Irgendwann wird dann jede Distanz weit und weiter. So beschloss ich den Rest der Strecke über die Autobahn zu fahren.
Ich freute mich nur noch auf das gemütliche Häuschen im Tessin. Und zack war die letzte Strecke hinter mich gebracht.
Alles andere als Auszeit
Es begann schon beim Einbiegen in die schmale Gasse zum Haus hinauf. Die Ecke um die kleine Kirche an der Hauptstrasse war scharf und der Weg äusserst schmal. Auch die Trockensteinmauern die den weg säumten, schienen immer näher zu kommen. Teilweise fehlten gerade noch ca. 2 cm um die Rückspiegel optisch zu verändern.
Bei den Parkplätzen angekommen war ich sehr schnell überzeugt, dass Obi Van definitiv nicht auf unseren Parkplatz passen würde - grummel, grummel...
Ich beschloss den Van über zwei Parkplätze quer ein zu parken, um wenigstens die Stühle und das Gepäck auszuladen und die 87 Stufen hoch zu tragen.
Das bedeutete aber auch, dass ich dort nicht über Nacht bleiben konnte. Stattdessen durfte ich mir einen Gebührenparkplatz am Bahnhof suchen und rund CHF 10.- hinblättern. Dafür, dass ich den Rest auch noch den ganzen Weg zum Haus tragen konnte.
Die Sache mit den Mustern
Nach alle der "Schlepperei" gönnte ich mir einen Spaziergang ins nahe gelegene Caslano, um etwas zu Abend zu essen. Und schon schnell wurde mir eines klar:
Mit dieser Aktion hatte ich ein altes, lieb gewonnenes Muster bedient!
Es war früher doch so einfach, dass wenn einem die Decke auf den Kopf fällt, zu flüchten. Dorthin, wo man sich nach der Erinnerung wohl fühlt. Diesmal war alles anders. Nichts von Wohlfühlen. Keine Erholung oder Entspannung, sondern genau das Gegenteil.
Ich ärgerte mich über mich selbst und realisiert, dass ich ja nur alte Muster bediente. Wie toll! Denn wenn es bewusst ist, dass dies ein Muster ist, kann ich mich entscheiden ob ich es weiterhin bedienen möchte - oder eben nicht. Der Rest liegt dann nur noch bei mir selbst.
Am nächsten Morgen war ich froh über die Erkenntnis meines Musters und gönnte mir als "kleine Belohnung" früh morgens einen kleinen Ausflug nach Italien zu Italiens Panetone-König
4 luftig leckere Croissant und 2 Doppio Espressi waren dann auch Belohnung genug. Ein wirklicher Leckerbissen, der wohl europaweit seines gleichen sucht. Sicherlich ein Besuch wert, für alle, die in der Nähe sind.

Und damit war dann mein Ausflug beendet und die Heimreise beschlossen - auf direktem Weg auf der Autobahn. Entgegen aller Voraussagen - ohne jegliche Staus oder Behinderungen. Genial!